Gesundheitsuntersuchungen

Wir haben am 06.10.2026 bei Lia folgende Untersuchungen für die Zuchtzulassung machen lassen.

Röntgen: HD / ED

Blutuntersuchungen: PLN, DM, Rpb4, HUU/SLC, PxD und MDR1

DNA-Profil

Im folgenden erläutern wir die Begriffe etwas genauer.

HD / ED

HD steht für Hüftdysplasie.
Dabei handelt es sich um eine angeborene Fehlentwicklung des Hüftgelenks, die zu Lockerung, Arthrose und Schmerzen führen kann.

ED steht für Ellbogendysplasie.
Hierbei ist das Ellbogengelenk (vordere Gelenke der Vorderbeine) fehlgebildet.

Es gibt eine Bewertungstabelle, welche die Röntgenaufnahmen nach einem standardisierten Scoring‑System einordnet.

Protein losing Nephropathie (PLN)

Die genetisch bedingte PLN zeigt sich als versteckte Proteinurie ab einem mittleren Alter. Die Erkrankung kann über Jahre stabil und mild verlaufen. In manchen Fällen kommt es jedoch zu schweren Komplikationen u.a. durch Nierenversagen oder Thrombosen.Der Gentest ermöglicht eine Risikoabschätzung für die Entstehung einer PLN.


Degenerative Myelopathie (DM) Exon 2

Degenerative Myelopathy (DM) ist eine schwerwiegende Nervenkrankheit bei Hunden, die meist ab einem Alter von etwa 8 Jahren beginnt. Erste Anzeichen sind Schwäche und Koordinationsstörungen der Hinterbeine. Im späteren Verlauf können auch die Vorderbeine betroffen sein, so dass es zu einer vollständigen Lähmung der Beine kommen kann. Ebenfalls kann eine Inkontinenz auftreten. Als Risikofaktor für die Entwicklung einer DM wurde eine Variante im Exon 2 des SOD1-Gens bei vielen Rassen nachgewiesen. Bei Berner Sennenhunden gibt es zusätzlich eine Variante im Exon 1 dieses Gens, die ebenfalls mit der DM in Zusammenhang steht.


Mikrophthalmie (RBP4)

Bei dieser Erbkrankheit ist/sind eines oder beide Augen ungewöhnlich klein (Mikroophthalmie).


Hyperurikosurie (HUU/SLC)

Die Hyperurikosurie und Hyperurikämie ist eine von Geburt an auftretende Veränderung im Purinstoffwechsel. Der Gehalt an Harnsäure ist im Plasma wie im Harn um das 2- bis 4-fache höher als bei gesunden Hunden (Hyperurikämie). Es kommt zur Bildung von Blasensteinen, die häufig operativ entfernt werden müssen. Betroffene Hunde sollten vorbeugend eine purinarme Diät erhalten, außerdem muss auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.


Paroxysmale Dyskinesie (PxD)

Plötzlich auftretende, unwillkürliche, unregelmäßige Bewegungen, insbesondere der Hinterbeine (Hyperkinesien), treten beim Irish Soft-Coated Wheaten Terrier mit Paraxoysmale Dyskinesie (PxD) auf. Von der Erbkrankheit betroffene Tiere dieser Hunderasse haben diese "anfallsartigen Bewegungsstörungen" ab einem Alter von 2 Jahren mehrmals täglich(bis zu 10x/Tag). Die Symptome verschlechtern sich im Laufe des Lebens und dauern Minuten bis Stunden. Die Muskelzuckungen der Beine (Extremitäten) treten unvorhersehbar und ohne Grund beim betroffenen Hund auf. Die Krankheit wird autosomal-rezessiv vererbt.



MDR1-Genvariante

Der MDR1-Gendefekt korreliert mit einer Störung der Arzneimittelmetabolisierung und damit einer Überempfindlichkeit gegenüber verschiedenen Pharmazeutika wie Antiparasitika (z.B. Ivermectin), Antibiotika, Zytostatika oder auch Schmerz- und Narkosemitteln. Die Symptome nach Verabreichung dieser Arzneimittel sind vielfältig und umfassen unter anderem Schwierigkeiten beim Atmen, Bewegungsstörungen, Lethargie und erweiterte Pupillen sowie lebensbedrohliche Krämpfe. Bei Chemotherapeutika kann der veränderte Metabolismus zu Magen-Darm-Intoxikationen und zu Knochenmarksdepression führen. Der Erbgang ist autosomal-rezessiv, aber auch bei heterozygoten Tieren muss von einem eingeschränkten Transport der betroffenen Substanzen und einer eingeschränkten Verstoffwechselung der Wirkstoffe bzw. einer geringeren Verträglichkeit ausgegangen werden.

Weiter
Weiter

Österreichischer Jugend-Champion und Alpen Jugend-Champion